Hilft eine Wärmflasche bei Fieber?

Wäre eine Wärmflasche nicht ein Anachronismus, da Fieber doch normalerweise mit kalten Wadenwickeln und/oder fiebersenkenden Medikamenten bekämpft wird?

Nein, denn das Forscherteam um Prof. David Martin vom Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin der Universität Witten/Herdecke (UW/H) fand heraus, dass Fieber sogar mit Wärme gesenkt werden kann. Veröffentlicht wurde die Meta-Analyse im Journal of Integrative and Complementary Medicine. Die Antwort auf die folgende Frage erklärt in diesem Zusammenhang vieles.

Warum bekommen wir eigentlich Fieber?

Das Fieber selbst ist keine Erkrankung, sondern vielmehr eine gebührende Reaktion des Körpers auf einen Infekt. Der Körper dreht deshalb sein „Thermostat“ hoch, weil er weiß, dass sich Viren und Bakterien bei hoher Temperatur schlechter vermehren können, was den Kampf des Abwehrsystems sehr unterstützt. Insofern ist eine von außen zugeführte Wärme gar kein so großer Widerspruch, wie es vielen vielleicht scheinen mag.

So ist es gar nicht mehr verwunderlich, dass Fieberpatienten, bei denen Warmwasserfußbäder, Wärmepackungen, elektrische Wärmedecken oder Wärmflaschen zur Anwendung kamen, nach der jeweiligen Maßnahme sogar eine niedrigere Körpertemperatur aufwiesen. Da der Patient auf diese Weise weniger Energie für seinen Fieberschub aufwenden muss, darf davon ausgegangen werden, dass zum Beispiel eine Wärmflasche eine enorme körperliche Entlastung für den Erkrankten darstellt.

Wichtiger Hinweis: Sämtliche Wärme-Anwendungen wurden ausschließlich an Patienten durchgeführt, deren Fieber unter der 40-Grad-Marke blieb. Es kann daher nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob diese Methoden auch in kritischen Fieberfällen über 40 Grad Celsius eine positive Wirkung haben.

Mit Wadenwickeln und Wärmflasche ins Bett gehen

In Asien und im Nahen Osten wird der wärmetherapeutische Ansatz traditionell eher verfolgt. Für gesunde Erwachsene sind erhöhte Körpertemperaturen bis circa 39 Grad Celsius gar kein Problem. Erst dann, wenn das Fieber noch weiter steigt, sollte auf das gute alte Hausmittel der Wadenwickel zurückgegriffen werden, es ist auf jeden Fall besser als die Verabreichung von Medikamenten wie Paracetamol oder Ibuprofen. Gerade bei Kindern, die frierend und mit Schüttelfrost unter aufsteigendem Fieber leiden, hat sich die Wärmflasche sehr bewährt.

Wichtiger Hinweis: Verwenden Sie für die Wadenwickel kein kaltes sondern lauwarmes Wasser. Dabei sollten die Füße dicke Socken tragen und/oder mit einer lauwarmen Wärmflasche gewärmt werden.

Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay